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Thügida-Aufmarsch am 17. August verhindern!

Take them down in Paradise city

Am 17. August – dem Todestag von Rudolf Hess und traditionellem Aufmarschtag der organisierten Neonaziszene – will Thügida nach dem 20. April und dem 20. Juli zum dritten Mal in Jena demonstrieren. Mit dem Datum wiederholen sie, was ihnen bereits am 20. April gelang, an einem Datum mit klarem Bezug zum Nationalsozialismus in einer “linken Hochburg” aufzumarschieren, für die harte Neonaziszene ein Event zu gestalten und sich als Kämpfer_innen gegen Antifaschist_innen zu inszenieren. Beflügelt durch die rassistische Stimmung im Land gehen organisierte Neonazis zu einer offensiven Propaganda für die eigene Ideologie über. Rein rassistische Mobilisierungen überlassen sie damit scheinbar eher der AfD oder den diversen lokalen rassistischen Bündnissen, bei denen sie natürlich auch weiterhin willkommen sind. Neonazis wollen jetzt mehr. Sie haben ein Selbstbewusstsein entwickelt, mit dem sie – sich selbst als politische Krieger_innen verstehend – sich daran machen bisher für Aufmärsche nicht erschlossene Räume, wie Jena, zu erobern. Sich in einem Krieg gegen humanistisches und linkes Gedankengut wähnend, versuchen Neonazis schon seit Jahrzehnten ihre Aufmärsche in Städten mit einer antifaschistischen Szene durchzuführen. In ihrem Jargon haben sie dies in der Vergangenheit mit dem Begriff “Frontstadt” etwa für Erfurt ausgedrückt. Hier können sie sich inzwischen in zahlreichen Strukturen wie Veranstaltungsräumlichkeiten und mit Hilfe einer willfährigen Versammlungsbehörde völlig frei bewegen. Für sie ist jetzt Jena an der Reihe. Continue reading Thügida-Aufmarsch am 17. August verhindern!

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Redebeitrag zur Demo “Pogrome verhindern, bevor sie entstehen!” | 09.11.2013 | Greiz

Schön, dass so viele den Weg in die thüringische Provinz gefunden haben! Ekelhaft dagegen der Anlass. Auf der einen Seite: Eine widerliche Mischung aus bekannten Nazis und Otto-Normalverbraucher*innen. Auf der anderen Seite aber auch diejenigen, die sich wie die CDU-Landrätin Martina Schweinsburg, vor allem um das Ansehen der Stadt sorgen und das sogenannte Extremist*innen von ausserhalb sich irgendwie in die Angelegenheiten mischen. Wer heute hier ist, um zu zeigen dass Greiz eine weltoffene und schöne Stadt ist, der ist an unserer Seite fehl am Platz. Frau Schweinsburg interessiert sich einen Dreck für die Flüchtlinge und auch die Initiative “Weil wir Greiz lieben” würde wahrscheinlich lieber im letzten patriotischen Liebesrausch für diese Stadt sterben, als auch nur einem Flüchtling solidarisch zur Seite zu stehen.

Als lupenreine Linksextremist*innen stehen wir hier und können die lokalen Verhältnisse nur scheiße finden,- und konsequent wäre wohl, wieder ab zu fahren. Denn uns geht es hier nicht um Heimatliebe oder den Wirtschaftsstandort Greiz. Was uns hier her gebracht hat ist, dass die Ernsthaftigkeit der Lage einer Auseinandersetzung mit den hier herrschenden Verhältnissen bedarf, denn es geht um eine Selbstverständlichkeit: Flüchtlingen einen Ort in Sicherheit zu bieten – aber auch die Zustände anzugreifen, die es ermöglichen, dass innerhalb der vergangenen drei Monate sieben Flüchtlingsunterkünfte mit Brandsätzen angegriffen wurden. Continue reading Redebeitrag zur Demo “Pogrome verhindern, bevor sie entstehen!” | 09.11.2013 | Greiz

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„Pogrome verhindern bevor sie entstehen!“ – Demo am 9.11. in Greiz

An­ti­ras­sis­ti­sche De­mons­tra­ti­on am 9.​11.​2013 in Greiz

Pohlitz. Ein Plat­ten­bau­ge­biet am Rande der ost­thü­rin­gi­schen Kreis­stadt Greiz. Die schein­ba­re Ruhe ist seit ei­ni­gen Wo­chen ge­trübt. Seit An­fang Sep­tem­ber de­mons­triert jeden Frei­tag eine so­ge­nann­te „Bür­ger­i­ni­ta­ti­ve“ gegen ein kurz­fris­tig neu er­öff­ne­tes Wohn­heim für Flücht­lin­ge. Ein Blick auf die Agen­da der Bür­ger­initia­ti­ve zeigt schnell: es han­delt sich um ras­sis­ti­sche Kli­schees und Res­sen­ti­ments, die be­ste­hen­de Ängs­te und Vor­ur­tei­le der Be­völ­ke­rung auf­greift und ge­zielt ver­stär­ken soll. Hin­ter der In­itia­ti­ve ste­hen or­ga­ni­sier­te Nazis aus Greiz und dem Vogt­land­kreis, allen voran David Kö­ckert aus dem Um­feld der Ka­me­rad­schaf­ten „Brau­ne Teu­fel Vogt­land“ und „Rech­te Ak­ti­ons­front“ (RAF) sowie Kevin Pahn­ke, Füh­rungs­ka­der der „RNJ Vogt­land“.

Greiz 1991 – Greiz 2003 – Greiz 2013. Eine er­schre­cken­de Kon­ti­nui­tät. Be­reits im Ok­to­ber 1991 gab es einen or­ga­ni­sier­ten Über­fall auf eine Flücht­lings­un­ter­kunft in Greiz-​Irch­witz. Ende Ja­nu­ar 2003 ver­such­ten Grei­zer Nazis, die Un­ter­kunft in Irch­witz in Brand zu ste­cken. Und im Jahr 2013 be­schwö­ren or­ga­ni­sier­te Ras­sist*innen seit Wo­chen mit Fa­ckel­mär­schen die „Volks­ge­mein­schaft“. Auch wenn die tak­ti­sche Über­le­gung der Nazis und ihrer „Bür­ger­initia­ti­ve“ nicht auf­ging, die Grei­zer Be­völ­ke­rung mehr­heit­lich gegen Mi­grant*innen zu mo­bi­li­sie­ren, so ist trotz­dem ein ge­fähr­li­ches Es­ka­la­ti­ons­po­ten­ti­al vor­han­den. Ber­lin-​Hel­lers­dorf und Ros­tock-​Lich­ten­ha­gen sind nur zwei Bei­spie­le unter vie­len. Der 9.​11. ist auch Ge­denk­tag an die Po­grom­nacht, die sich mitt­ler­wei­le zum 75. Mal jährt. Die zahl­lo­sen Er­mor­de­ten, Miss­han­del­ten und an­schlie­ßend De­por­tier­ten mah­nen uns, die Fol­gen von Ras­sis­mus, Na­tio­na­lis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus und sämt­li­chen an­de­ren dis­kri­mi­nie­ren­den Ein­stel­lun­gen nie­mals zu ver­ges­sen! Continue reading „Pogrome verhindern bevor sie entstehen!“ – Demo am 9.11. in Greiz

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Redebeitrag 4.11.2012 – “Highlights, von denen keiner wissen wollte!”

Ja wir wissen es. Nazis morden. Ja wir wissen von über 180 von Nazis Ermordeten allein seit 1990. Wir wussten von rechten Terroranschlägen, vom Oktoberfestattent, von der Wehrsportgruppe Hoffmann, auch dem neofaschistischen Bombenanschlag auf den Bahnhof im italienischen Bologna 1980, bei dem 85 Menschen getötet wurden. Wir alle waren erschrocken von dem Massaker an Jugendlichen in Ütoya/Norwegen. Und ja, wir hätten auch von dem NSU wissen können. Wir haben es aber nicht.

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