Home > Allgemein > Film und Zeitzeugengespräch zu den rassistischen Pogromen von Rostock-Lichtenhagen
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In Vorbereitung der bundesweiten Demo im Gedenken an die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen wird erst der Film “The true lies of Rostock” gezeigt, danach wird es noch eine Gesprächs- und Diskussionsrunde mit Vertretern der Kampagne “Rassismus tötet!” sowie einigen Zeitzeugen geben, die ihre Empfindungen und Erlebnisse aus dem Jahre 1992 schildern.

19.07. Kassablanca Jena
Einlass: 19:00 Uhr
Filmbeginn: 19:30 Uhr
Kassablanca: http://kassablanca.de/zo/programm/programm/1207/190712_pp/seite.html

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21.07. Haskala Saalfeld
Einlass: 18:00 Uhr
Haskala: http://haskala.de/2012/07/13/infoveranstaltung-im-haskala-20-jahre-rostock-lichtenhagen-rassismus-totet/

Film “The true lies of Rostock”: http://www.youtube.com/watch?v=xxID53WmMB4

Kampagne “Rassismus tötet!”

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25.08.2012 Antirassistische-Kundgebung, 11.00 Uhr Universitätsplatz/ Neuer Markt, Rostock.

25.08.2012 Bundesweite Demo im Gedenken an die Pogrome von Lichtenhagen 14.00 Uhr Rostock-Lütten-Klein.
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“Rassismus tötet!”

Durch: Pogrom – Asylgesetz – Geistige Brandstiftung – EU-Grenzregime!

>1992 Pogrom von Rostock-Lichtenhagen.
>1993 Abschaffung des Grundrechts auf Asyl.
>Wir Vergessen nicht!

Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen (22. – 26. August 1992)

August 1992: 400 Menschen, vor allem aus Rumänien, kampieren vor der überfüllten Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZaSt) im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen, geflohen und auf der Suche nach einem besseren Leben. Auf Grund mangelnder Unterkünfte oder sanitärer Anlagen mussten die Asylsuchenden unter freiem Himmel schlafen und dort auch ihre Notdurft verrichten.

Da es eben keine deutschen „Volksgenossen“ waren, die dort Not litten, sondern Roma, wurde ihnen nicht Hilfe, sondern der „deutsche Volkszorn“ zu Teil. Bereits Anfang August zeichnete sich ab, dass organisierte Neonazis, in Tateinheit mit anderen Vollstreckern des „Volkswillens“, Angriffe auf die ZaSt und deren Insassen planen. Und so kam es letzten Endes. Nach mehrtägigen Angriffen war es dem Mob gelungen die Flüchtlinge aus dem Viertel zu jagen. Anschließend griffen Neonazis, rechte Jugendliche und „anständige Deutsche“ mit Steinen und Brandsätzen die nahegelegene Wohnunterkunft vietnamesischer DDR-Vertragsarbeiter_innen an – unter dem frenetischen Jubel von rund 2500 Bürger_innen. Statt Hilfe zu erhalten, wurden die 115 Vietnames_innen abgeschoben, ebenso die Flüchtlinge aus Rumänien.

Der Rassismus der Straße kam der CDU/CSU gelegen, hatte sie doch seit den 80er Jahren immer wieder Anstrengungen unternommen das bundesdeutsche Asylgesetz so zu verändern, dass die Möglichkeit in Deutschland Asyl zu erhalten de facto verunmöglicht wird. Die Deutschen seien von der „Asylflut“ überfordert, eine Änderung des Asylgesetzes sei darum dringend notwendig. Andernfalls würde sich Ähnliches wiederholen, so CDU und SPD. Die Pläne zur Gesetzesänderung lagen bereits in der Schublade, eine Kampagne gegen Asylbewerber_innen war im vollen Gange und Lichtenhagen wurde zynischer Weise als letztes Argument für die Abschaffung des alten Asylrechtes herangezogen. Jene Änderung wurde im Juni 1993 letzten Endes vollzogen.